Typische Reaktionszeiten
| Gruppe oder Bedingung | Typischer Wert | Wer und wie | Quelle |
|---|---|---|---|
| Erwachsene, ohne Geräteverzögerung | 213 ms | 1.469 Erwachsene von 18 bis 65, kalibrierter Aufbau | Woods et al. 2015 |
| Erwachsene, mit der Laborausstattung | 231 ms | dieselbe Studie, unkorrigierter Mittelwert | Woods et al. 2015 |
| Junge Erwachsene, Lichtsignal | ≈ 190 ms | Lehrbuchwert für Studierende | zitiert bei Jain et al. 2015 |
| Junge Erwachsene, Tonsignal | ≈ 160 ms | derselbe Lehrbuchwert | zitiert bei Jain et al. 2015 |
| Veränderung mit dem Alter | +0,55 ms pro Jahr | Erwachsene von 18 bis 65; vor allem die Bewegung wird langsamer, nicht das Sehen | Woods et al. 2015 |
| Im Lauf einer langen Sitzung | 228 → 237 ms | erster gegen letzten Block von Durchgängen | Woods et al. 2015 |
So misst dieser Test
Gemessen wird die einfache Reaktionszeit auf ein visuelles Signal: ein Signal, eine Reaktion, keine Entscheidung. Die Fläche wird dunkelblau und zeigt „Warten…“. Nach einer zufälligen Pause von 1,5 bis 4,5 Sekunden springt sie auf Gelbgrün mit dem Wort „GO!“, und die Stoppuhr hält in dem Moment an, in dem du reagierst.
Reaktionszeit = Moment, in dem du Taste oder Maustaste drückst oder den Bildschirm berührst − Zeitstempel, den der Browser dem Frame mit der Änderung gibt (seine beste Schätzung, wann das Bild auf dem Bildschirm ankam).
Dein Ergebnis = Median der gültigen Durchgänge (standardmäßig 5, wahlweise 10).
Eine Reaktion vor GO oder weniger als 100 ms danach ist ein Frühstart; eine Reaktion, die länger als 2.000 ms dauert, wird verworfen. In beiden Fällen zählt der Durchgang nicht und wird wiederholt.
Viele Online-Tests starten die Uhr, wenn sie den Browser bitten, die Farbe zu wechseln – die neue Farbe ist aber erst bei der nächsten Bildaktualisierung zu sehen. Hier wird der Wechsel zu Beginn eines Frames ausgelöst, und die Uhr startet mit dem Zeitstempel des folgenden Frames, also des ersten, der laut Browser die neue Farbe zeigt. Wie lange der Monitor selbst zum Verarbeiten und Anzeigen braucht, kann eine Webseite nicht messen; dieser Anteil bleibt in deinem Ergebnis. Gestoppt wird beim Herunterdrücken, nicht beim „Klick“, den der Browser erst beim Loslassen meldet. Beide Zeitstempel stammen von der hochauflösenden Uhr des Browsers, die laut MDN auf Seiten wie dieser eine Auflösung von 100 Mikrosekunden hat.
Rechenbeispiel
Fünf gültige Durchgänge mit 250, 210, 300, 230 und 260 ms:
- Sortiert: 210, 230, 250, 260, 300 → der Median ist 250 ms, der mittlere Wert.
- Mittelwert: (250 + 210 + 300 + 230 + 260) ÷ 5 = 250 ms.
- Bestwert: 210 ms. Streuung (Standardabweichung der Stichprobe): etwa 34 ms.
- Wäre eine Reaktion 62 ms nach GO gekommen, wäre sie als geraten verworfen und der Durchgang wiederholt worden.
Wäre der 300-ms-Durchgang ein Aussetzer von 1.900 ms gewesen, spränge der Mittelwert auf 570 ms, während der Median bei 250 ms bliebe – deshalb ist der Median die Hauptzahl.
Was das Ergebnis aussagt – und was nicht
- Deine Geräte stecken in der Zahl. Bei 60 Hz dauert ein Frame 16,7 ms, bei 144 Hz 6,9 ms (RTINGS); eine Maus mit 125 Hz meldet alle 8 ms, eine mit 1.000 Hz jede Millisekunde (Logitech). Touchscreens und die Bildverarbeitung von Fernsehern können mehr hinzufügen. Vergleiche nur Ergebnisse vom selben Gerät.
- Es ist eine Momentaufnahme. Schlaf, Koffein, Müdigkeit und Übung verändern die einfache Reaktionszeit; eine Runde an einem Tag beschreibt dich nicht allgemein.
- Keine Diagnose. Der Test ist zum Spaß und zum Üben gedacht. Er misst weder Intelligenz noch Gesundheit, und langsamere Reaktionen an einem einzelnen Tag lassen keine medizinischen Rückschlüsse zu.
- Nicht mit anderen Seiten vergleichbar, die Signal und Reaktion anders messen.
Was deine Reaktionszeit verändert
- Schlaf. Schlafmangel verlangsamt Reaktionen insgesamt und führt zu langen Aussetzern; die Übersichtsarbeit von Lim und Dinges beschreibt beide Effekte in einem Standard-Aufmerksamkeitstest.
- Koffein. Eine Übersicht der Forschung fand, dass niedrige bis mittlere Dosen Wachheit, Aufmerksamkeit und Reaktionszeit verbessern.
- Ermüdung in der Sitzung. In der Woods-Studie stieg der Mittelwert von 228 ms im ersten Block auf 237 ms im letzten. Länger heißt nicht besser.
- Alter. Die einfache Reaktionszeit steigt bei Erwachsenen um rund eine halbe Millisekunde pro Jahr; laut derselben Studie liegt das vor allem an der Bewegung, nicht am Erkennen des Signals.
- Die Wartezeit vor dem Signal. Woods und Kollegen fanden längere Reaktionszeiten, wenn die Pause vor dem Signal kürzer war. Die zufällige Wartezeit von 1,5 bis 4,5 Sekunden verhindert, dass du den Wechsel vorhersagst.
So wird dein Ergebnis schneller und stabiler
- Mach eine Aufwärmrunde und werte sie nicht; auch die Laborstudie ließ vor der Messung üben.
- Leg den Finger locker auf Maustaste, Taste oder Bildschirm, damit die Reaktion eine kleine Bewegung bleibt.
- Schau entspannt in die Mitte der Fläche; anstarren musst du nicht.
- Schließ rechenintensive Tabs und häng den Laptop ans Netzteil – Energiesparen kann die Bildrate senken.
- Nutze den schnellsten Bildmodus: den Spielmodus am Fernseher, die höchste Bildwiederholrate am Monitor.
- Verfolge den Median über mehrere Tage auf demselben Gerät. Weniger Streuung ist auch ein Fortschritt.
Für Tastatur, Touch und Farbsehschwäche gemacht
Der übliche Reaktionstest von Rot nach Grün nutzt genau das Farbpaar, das bei einer Rot-Grün-Sehschwäche verwechselt wird, und laut dem US National Eye Institute hat etwa jeder zwölfte Mann eine Form von Farbsehschwäche. Hier wechselt die Fläche von dunklem, gepunktetem Blau zu hellem, glattem Gelbgrün, der Text von „Warten…“ zu „GO!“ und das Symbol seine Form. Die Fläche wechselt pro Durchgang nur einmal die Farbe, Eingaben direkt nach einem Frühstart werden kurz ignoriert, und auf der Seite blinkt nichts – weit unter der W3C-Grenze von drei Blitzen pro Sekunde.